Publiziert am: 03.10.2014

Frauen stehen ihren Mann

FRAUENPOWER – An keiner Berufsmeisterschaft waren so viele Frauen in atypischen Berufen vertreten. Premiere feierten die ersten Polymechanikerinnen, eine Schreinerin sowie eine Maurerin.

Mit viel Fingerspitzengefühl und weiblicher Intuion und Eleganz schöpft Flavia Schnoz – die erste Maurerin an den Schweizer Berufsmeisterschaften mit der Kelle Mörtel auf den Backstein, setzt diesen in die Mauer ein und zieht den überschüssigen Mörtel ab. Sie ist nicht die einzige Frau im «Übergwändli», die eine gute Figur auf der Baustelle macht. Besonders in der Baubranche scheinen die Frauen immer mehr vertreten zu sein – dies mit Erfolg, wie die SwissSkills Bern 2014 beweisen: Nebst der ersten Maurerin hat sich mit Vreni Barmettler die erste Schreinerin sowie mit Xenja Bütschi die erste Polybauerin Dachdecken für diese Berufsmeisterschaften qualifiziert. Ebenso waren mehrere Plattenlegerinnen sowie eine Parkettlegerin im Einsatz.

Nicht nur auf dem Bauplatz, sondern auch in anderen «Männerberufen» halten die Frauen nach und nach Einzug und dringen in die Männerdomänen ein. So konnten die Besucher eine Strassentransportfachfrau beim Manövrieren und Parkieren eines Lastwagens beobachten. Die Fahrradmechanikerin Selina Giacomini zeigte ihren männlichen Berufskollegen, wie man schnell und effizient ein Fahrrad repariert, und schnappte sich die Goldmedaille. Drei Landwirtinnen, welche souverän die Kühe melkten und den jungen Stieren den Tarif erklärten, hatten ebenso die Stiefel im Stall an. Frauenpower gab es auch in der MEM-Branche. Dort bewiesen die beiden Polymechanikerinnen CNC-Fräsen, Natalie Briggeler und Salome Schranzer, dass Frauen genauso gut im technischen Bereich Hand anlegen können.

«Frauen sind gefragt in atypischen 
Berufen.»

Das weibliche Geschlecht ist in atypischen Frauenberufen sehr willkommen und gefragt, wie das Echo von zahlreichen Experten und Arbeitgebern zeigt: Frauen würden immer sehr sorgfältig und exakt arbeiten. Zudem brächten sie das weibliche Element in die Werkstatt oder auf den Bauplatz ein, was sich auf ihre männlichen Arbeitskollegen erfrischend und motivierend auswirke.

Corinne Remund