Publiziert am: Freitag, 22. Mai 2015

«Freier Markt funktioniert hier nicht»

Gegen das Machtmonopol der SRG – Entweder unterstützen Politiker die SRG, oder sie sind weg vom Fenster! Das weiss ein ehemaliges Mitglied des SRG-Publikumsrates.

Ein ehemaliges Mitglied des SRG-Publikumsrates (Name der Redaktion bekannt), das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will («...da man sich verpflichten musste, in keiner ‹Gegenorganisation› mitzumachen»...), hat sich an die Schweizerische Gewerbezeitung sgz gewandt und einige erstaunliche Fakten gegen die SRG und über die «Zwangssituation für Politiker» offengelegt: «Pressefreiheit und Medienfreiheit sind zweierlei Dinge, solange es neben dem Blätterwald nur eine einzige, zwangsfinanzierte Monopol-SRG gibt. Der Zeitungsjournalist vertritt die politische Leitlinie seiner Tageszeitung – die durchaus einseitig sein kann – mit dem Risiko, dass Leser und Inserenten abspringen. Das kann bis zur Existenzfrage des Blattes gehen. Die SRG kann jedoch bequem beim ganzen Volk Zwangsgebühren eintreiben, das Geld nach Belieben ausgeben und allen ‹Mist› bringen. Der freie Markt funktioniert hier somit absolut nicht. Trotz der ‹demokratischen› Struktur der SRG haben die verschiedenen Gremien ausser Kopfnicken keine Entscheidungsbefugnis. Auch der sogenannte Publikumsrat kann nichts ausrichten – kann er doch nur unverbindliche Empfehlungen und Anregungen unterbreiten, also keine Anträge stellen, wie dies bei jedem normalen Verein eigentlich üblich ist. Anträge brauchen im Gremium immerhin eine Mehrheit, damit das Anliegen in die Tat umgesetzt werden kann. Der ‹Verein› SRG besteht aber leider nur aus pseudodemokratischen Strukturen.

Politiker in Zwangssituation

Journalisten haben die schwere Aufgabe, aus der Vielzahl von Informationen die Spreu vom Weizen zu trennen. Schade, dass die zwangsfinanzierten elektronischen Medien auch Spreu veröffentlichen. Trotz Fernseher werden wir jedoch immer kurzsichtiger. Dies, da wir uns aus ­Bequemlichkeit leider meist nur 
noch von dieser bequemen Quelle (des)in­formieren lassen. Die Politikerinnen und Politiker sind in einer Zwangssituation. Entweder helfen sie der SRG, dann werden sie wohlwollend behandelt. Oder sie kritisieren ihre Machenschaften. Dann sind sie weg vom Fenster!»

«So nicht!» sagt sogar Regula Stämpfli

«Kader-Einkommen der SRG sind obszön»

Die selbst ernannte «Politphilosophin» Regula Stämpfli – als Linke bestimmt keine Freundin der «rechten SRG-Abschaffer» – äussert sich im «Blick am Abend» unter dem Titel «Fernsehen der Bosse» negativ über den Staatssender: «Als Medienge­werkschafterin kriege ich regelmässig Post. Man fordert, die SRG doch bitte, bitte in der kommenden Abstimmung bedingungslos zu unterstützen. Normalerweise kämpfe ich wie eine Löwin für ‹öffentlich› und gegen ‹privat›. Diesmal bin ich aber wirklich in einem Dilemma. Soll ich tatsächlich für einen Staatsbetrieb votieren, der knallhart jeden Dissidenten zum Schweigen bringt, der seinen Redaktionen Maulkörbe anlegt, das technische Personal mit Sparprogrammen drangsaliert, der lukrative Aufträge ins Ausland verlegt, der Billig-TV mit Gebührengeldern finanziert und dessen Kadermitglieder Einkommen kassieren, die nur obszön genannt werden können?

Soll ich Ja zu einer SRG sagen, die mir selbst diese berechtigte Frage erneut mit Ausgrenzungen und Scherereien quittieren wird?»

Stämpflis überraschender Text kommt zum Schluss: «Vielleicht höchste Zeit, umzudenken.» Für einmal können wir Frau Stämpfli zustimmen: Es ist höchte Zeit für ein Umdenken. Am besten mit einem klaren NEIN zum revidierten RTVG, über das wir am 14. Juni abstimmen werden.

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