Publiziert am: 22.04.2016

Grosse Akzeptanz gefunden

LEHRPLANHARMONISIERUNG – 18 deutsch- und mehrsprachige Kantone führen den Lehrplan 
21 ein. Die Umsetzungsarbeiten der Kantone laufen, und die Einführung wird breit unterstützt.

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz hat kürzlich an ihrer Plenarversammlung eine Zwischenbilanz zur Harmonisierung der kantonalen Lehrpläne gezogen. Dabei stellte sie fest, dass die Lehrplanvorlage in den Kantonen bei den zuständigen Gremien breite Akzeptanz findet und die Einführungsarbeiten gut vorankommen. Bereits seit Beginn des Schuljahres 2015/16 wird in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft (nur für den Kindergarten und die Primarstufe) mit je einem neuen kantonalen Lehrplan auf der Basis des Lehrplans 21 an den Schulen gearbeitet. Die Kantone Luzern, Appenzell-Ausserrhoden, Nidwalden, St. Gallen, Thurgau, Obwalden, Glarus, Schwyz und Uri führen ihre neuen Lehrpläne auf das Schuljahr 2017/18 ein. Ein Jahr später werden die Kantone Bern, Graubünden, Schaffhausen, Solothurn und Zürich folgen. Die Kantone Freiburg und Zug haben für ihre Lehrpläne die Einführung auf das Schuljahr 2019/20 beschlossen. In Vorbereitung, aber noch nicht entschieden ist die Einführung neuer Lehrpläne in den Kantonen Aargau, Appenzell-Innerrhoden und Wallis.

Vorstösse mehrheitlich abgelehnt

In den kantonalen Parlamenten wurden praktisch alle Vorstösse, welche die Harmonisierung der Lehrpläne auf der Basis des Lehrplans 21 verhindern oder die Zuständigkeit für die Einführung des Lehrplans neu regeln wollten, mit deutlichen Mehrheiten abgelehnt. Damit haben diese Parlamente den für Lehrplanfragen zuständigen kantonalen Behörden das Vertrauen ausgesprochen.

In verschiedenen Kantonen sind Volksinitiativen eingereicht worden, mit denen erreicht werden soll, dass Lehrplanentscheide dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden. In 14 Kantonen entscheidet aktuell die Exe­kutive (Regierungsrat, Staatsrat) und in sieben Kantonen der Erziehungsrat als kantonale Vollzugsbehörde über die Einführung von Lehrplänen. Der Präsident der D-EDK, Regierungsrat Christian Amsler, Schaffhausen, zeigt sich zufrieden mit dem Stand der Arbeiten in den Kantonen und ist zuversichtlich, dass die anstehenden Volksinitiativen abgelehnt werden. pd/CR

Lehrplan 21

Grossmehrheitliche Unterstützung

Die Harmonisierung der kantonalen Lehrpläne wird von Organisationen und Verbänden breit unterstützt. Insbesondere die Verbände der Schulpartner, der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, der Schulleiterverband sowie die ­Vereinigung Schule und Elternhaus stehen hinter den neuen Lehrplänen. Auch die wichtigsten schweizerischen Wirtschaftsverbände (Arbeitgeberverband, economiesuisse und Branchenverbände wie Swissmem), der Schweizerische Gewerbeverband sgv und der Schweizerische Gewerkschaftsbund haben sich entschieden für die Lehrplanharmonisierung ausgesprochen. Begrüsst wird die Harmonisierung der Lehrpläne als Grundlage für die Entwicklung von Lehrmitteln, die in der ganzen Deutschschweiz eingesetzt werden können. Sie erleichtert die Mobilität von Schülerinnen und Schülern und ermöglicht einen nahtlosen Übergang in die Sekundarstufe II auch über die Kantonsgrenzen hinweg. Der Lehrplan ist zeitgemäss und bringt mit den Modulen «Berufliche Orientierung» und «Medien und Informatik» wichtige Neuerungen.

CR