Publiziert am: 09.02.2018

Nach eigenen Zeiten arbeiten

Nationalrat Thierry Burkart will, dass zu Hause freier gearbeitet werden kann. Die WAK-NR unterstützt seinen Vorstoss.

home office

Der Aufschrei war vorprogrammiert. «Kommt jetzt der 17-Stunden-Arbeitstag?», fragte der «Tages-Anzeiger». «Müssen wir bald bis 17 Stunden pro Tag arbeiten?», doppelte «20 Minuten» nach. Und hatte sofort einen Experten zur Hand: «Immer an Arbeit denken fördert Schlafstörungen.» Als hätten wir das nicht gewusst...

Der Grund für die Empörung: Ende Januar hat die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-NR) die parlamentarische Initiative von Nationalrat Thierry Burkart (FDP/AG) gutgeheissen. Sie verlangt, dass man im Home Office bis zu 17 Stunden tätig sein kann und dass die gesetzlich festgelegten Ruhezeiten den heutigen Realitäten ­angepasst werden. Ausserdem soll Sonntagsarbeit zu Hause ohne Bewilligung möglich sein. «Dieser Vorstoss ist skandalös und realitätsfremd!», wetterte die Unia.

Beruf und Familie koordinieren

Die Realität ist weniger spektakulär. Burkarts parlamentarische Initiative mit dem Titel «Mehr Gestaltungsfreiheit bei Arbeit im Home Office» will bloss, dass Arbeitnehmer Beruf und Familie besser vereinbaren können, indem sie etwa spätabends oder am Sonntag Mails checken dürfen. «Ich will bestimmt nicht die Arbeitszeit verlängern, sondern nur den Zeitrahmen, in welchem diese geleistet werden kann», stellt Burkart klar. Für den Schweizerischen Gewerbeverband stimmt die Stossrichtung von Burk­arts Idee, die auf eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts abzielt. Darauf arbeitet auch der sgv hin. En