Publiziert am: 16.10.2015

Schweiz–EU: Alte Liebe rostet nicht

EXPORT – Beim Ausloten der Chancen für KMU auf internationaler Ebene darf eines nicht vergessen werden: Europa ist und bleibt der grösste Absatzmarkt für Schweizer Produkte.

Seit längerer Zeit richtet der Schweizerische Gewerbeverband sgv – und damit die Schweizerische Gewerbezeitung sgz – der internationalen Verknüpfung vieler Schweizer KMU ein verstärktes Augenmerk. Dabei wurde der Fokus bis anhin häufig auf den gigantischen, aufstrebenden Exportmarkt Asien und dort im Speziellen auf China gelegt (vgl. Haupttext). Doch bei der Unterstützung des sgv für ein möglichst breites, globales Freihandelsnetz der Schweiz, für eine Diversifizierung der Exportmärkte und beim Ausloten der Chancen für KMU ausserhalb der EU darf nicht übersehen werden: Die EU ist und bleibt der grösste Exportmarkt für die Schweizer Wirtschaft.

Wer profitiert?

Switzerland Global Enterprise (S-GE), die Exportförderung des Bundes hat zum Verhältnis Schweiz–EU eben eine Studie publiziert. Sie bestätigt diese wichtige Stellung der EU für Schweizer Exporteure. Mit dem Inkrafttreten der Bilateralen I begann für mehrere Branchen eine Phase der erfolgreichen Steigerung der Exporte in die EU. Darunter befinden sich die MEM-Industrie, Chemie/Pharma, Instrumente und die Lebensmittel-branche. Bei den unverarbeiteten ­Agrarprodukten erfolgte der Aufschwung später. Bei den Fahrzeugen beginnt die Dynamisierung sogar schon etwas früher, während das Wachstum der Uhrenexporte keine zusätzlichen positiven Impulse von den Bilateralen I empfangen zu haben scheint.

Bekanntes und Neues

Die Agrarprodukte wurden einer detaillierten Untersuchung unterzogen: Neben den «bekannten» Erfolgsgeschichten Kakao-/Milchprodukte und Kaffee sind Fleisch, Getränke und Müllereierzeugnisse anzuführen, wie auch der Export von lebenden Tieren in die EU. Auch in der MEM-Branche gibt es einzelne Produktgruppen (Kupfer-, Aluminium-, Zinn-, Zinkwaren), bei denen eine Steigerung des Anteils an den EU-Gesamtimporten zu verzeichnen ist. Insgesamt gelang aber der MEMindustrie eine Stabilisierung des Marktanteils, ebenso der verwandten Fahrzeug-Industrie. Dort sticht der Export von Schienenfahrzeugen positiv hervor, wo – wie auch bei den Instrumenten – die Umkehr eines Negativtrends und eine nachhaltige Stabilisierung auf höherem Niveau gelangen.

Schweizer Exporte wachsen

Die Analyse der Verschiebung von Anteilen an den Importen der EU zwischen den USA, Japan und der Schweiz ergab, dass Schweizer Unternehmen seit der Jahrtausendwende kontinuierlich Boden gutgemacht haben. Heute kommt jeder vierte ­Euro an Importen aus dieser Ländergruppe aus der Schweiz. Zwar wuchsen in der Untersuchungsperiode auch die Anteile der Schweiz an den Gesamtimporten Japans und der USA.

An den Schweizer Exporterfolgen sind KMU auf vielen Gebieten massgeblich beteiligt. Exemplarisch konnte dies für Milch- und Müllereiprodukte, Lebensmittelzubereitungen, Metallwaren und Instrumente belegt werden. Aber auch bei den Schienenfahrzeugen, wo Grossunternehmen den Markt dominieren, spielen KMU eine bedeutende Rolle im direkten Export, nicht nur als Zulieferer. Auch ist die Anziehungskraft der EU für Schweizer Kapitalexporte weiterhin ungebrochen.

MEHR ZUM THEMA

Zwei EU-Seminare

S-GE veranstaltet zum Thema Export in die EU zwei Seminare: Eines
am 28. Oktober in Lausanne und eines am 29. Oktober in Kloten. Mehr Informationen dazu, Anmeldungen und die gesamte Studie findet man unter: