Publiziert am: Freitag, 24. April 2015

Wengen Classic Hotels im Aufwind

EnAW – Seit 2013 nehmen die Wengen Classic Hotels am KMU-Modell der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) teil. Vom Grossverbrauchermodell des Kantons Bern und der nationalen CO2-Abgabe befreit, will das Unternehmen in Zukunft sparen.

Der Lebenslauf von Peter-John Amberg, Geschäftsleitungsmitglied der Wengen Classic Hotels, liest sich abwechslungsreich. Schon bald nach dem Abschluss seiner Lehre als eidgenössisch diplomierter Informatiker merkte Amberg, dass die Arbeit als Systemtechniker ihn nicht vollends ausfüllt. Der Sportbegeisterte sattelte um und liess sich zum Basejumper ausbilden. Wenn Amberg nicht gerade waghalsige Stunts auf allen fünf Kontinenten absolvierte, widmete er sich dem Aufbau und Betrieb seines Bed & Breakfasts für Basejumper in Lauterbrunnen. Vor wenigen Monaten dann der Wechsel: Amberg hängte seinen Wingsuit an den Nagel und stieg in den Familienbetrieb seiner Partnerin ein. Heute ist er bei den Wengen Classic Hotels für den Einkauf, das Marketing und natürlich auch die IT-Infrastruktur, die er zuallererst auf Vordermann brachte, zuständig.

Betrieb ist bereit

Seit 2013 sind die Wengen Classic Hotels Teilnehmer der EnAW. Zum Betrieb gehören der «Wengener Hof», das «Silberhorn» und das «Belvédère» mit rund 170 Zimmern. Aufmerksam gemacht auf das Angebot der EnAW wurde das Unternehmen durch Hotelleriesuisse. Amberg erbte in seiner Funktion auch den «Energieordner» und hat nun Grosses vor: «Alleine im ‹Silberhorn› erhalten wir eine monatliche Stromrechnung mit einem fünfstelligen Betrag. Entsprechend ist Energiesparen bei uns ein grosses Thema. Parallel zum laufenden Betrieb wird in Massnahmen investiert, die auch unsere Energiekosten senken, so zuletzt in den Einbau von doppelverglasten Fenstern im ‹Belvédère›. Durch die Zusammenarbeit mit der EnAW möchten wir nun mehr Systematik in unsere Einsparmassnahmen bringen.» Aus diesem Grund betreut EnAW-Berater Daniel Schneiter seit Juli 2014 die Wengen Classic Hotels. Schneiter ist wie viele der über 80 EnAW-Beraterinnen und -Berater auf einzelne Branchen spezialisiert und betreut aktuell mehr als 60 Hotels in allen Fragen rund um Energieeffizienz.

Hoteliers sensibilisieren

Schneiter unterstützt Amberg bei der Evaluierung von Energieeffizienzmassnahmen und berät den Betrieb bei regulatorischen Fragestellungen oder der Beantragung von Fördermitteln. Fündig geworden sind die Herren auf ihrer Betriebsbesichtigung an verschiedenen Stellen: Eine Umstellung der Beleuchtung auf LED ist angezeigt, beim Betrieb von Anlagen und der Nutzung von Abwärme besteht Verbesserungspotenzial sowie durch die Reparatur einer defekten Wärmerückgewinnungsanlage kann der Energieverbrauch gesenkt werden. Schneiter weiss aus Erfahrung, dass die Betriebe schnell handeln, sobald ihnen die Einsparungspotenziale auch in Franken vor Augen geführt werden: «Durch unsere Gespräche wird der Hotelier für Energiethemen sensibilisiert. Plötzlich sieht er, wo wegen Energieverlusten oder Energieverschwendung Geld verloren geht. Die Wengen Classic Hotels und Herr Amberg stehen noch am Anfang. Sie haben aktuell viele Fragen und sind sehr motiviert. Ich bin überzeugt, dass sie ihren Weg erfolgreich beschreiten werden.»

Von kantonalen Detail­vorschriften befreit

Der Betrieb entlastet durch tiefere Energieverbräuche nicht nur die Umwelt und sein Portemonnaie. Dank dem Abschluss einer Universalzielvereinbarung mit der EnAW erhalten die Wengen Classic Hotels auch die CO2-Abgabe zurückerstattet und werden von den Detailvorschriften des Grossverbrauchermodells, das der Kanton Bern 2015 einführt, befreit. Die CO2-Abgabe beträgt für die Hotels 2014 circa 25 000 Franken. Zudem übernimmt die UBS für ihren Kunden 50 Prozent des ersten EnAW-Teilnahmebeitrags im Rahmen des KMU-Modells und zahlt dem Unternehmen einen Energieeffizienzbonus von bis zu 5000 Franken aus. Geld, das Amberg nur zu gerne in weitere wirtschaftliche Klimaschutzmassnahmen reinvestieren möchte.Janick Tagmann

Kanton Bern

Lösung für Gross­verbraucher

Grossverbraucher sind Betriebsstätten mit einem jährlichen Wärmebedarf von mehr als 5 Gigawattstunden oder einem Elektrizitätsverbrauch von mehr als 0,5 Gigawattstunden. Gemäss kantonalebernischem Energiegesetz können Grossverbraucher zu ­einer Verbrauchsanalyse und zur Realisierung von zumutbaren Massnahmen zur Verbrauchsoptimierung verpflichtet werden. Ist ein Unternehmen im Besitz einer Universalzielvereinbarung (UZV) mit der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW), sind die gesetzlichen Anforderungen für Grossverbraucher erfüllt.