Publiziert am: 23.02.2018

Zehn Prozent E-Fahrzeuge im Jahr 2020

ELEKTROMOBILITÄT – Unter dem Titel «10/20» fährt auto-schweiz die Strategie, dass im Jahr 2020 jeder zehnte neue 
Personenwagen ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid sein soll. 2017 betrug der E-Fahrzeug-Anteil gerade einmal 2,7 Prozent.

Nach Berechnungen des Beratungsbüros EBP ist ein Marktanteil an teilweise oder gänzlich elektrifizierten Fahrzeugen von rund zehn Prozent im Jahr 2020 nötig, um den CO2-Wert von durchschnittlich 95 g/km im Neuwagenmarkt zu schaffen. Letzteren hat die Schweiz von der EU übernommen, ohne sich allerdings an die europaweite Flotte anrechnen zu lassen. Infolgedessen müssen die Schweizer Automobilimporteure diesen alleine erreichen. Da die Schweiz aufgrund der stärkeren Kaufkraft und gebirgiger Topografie ein höheres CO2-Niveau im Fahrzeugsektor ausweist als fast alle EU-Staaten, ist die Vorgabe entsprechend anspruchsvoll.

Vervierfachung in drei Jahren

«Wir bekennen uns zum Ziel von 95 Gramm CO2 pro Kilometer ab 2020. Dieses hat das Stimmvolk mit der Abstimmung zur Energiestrategie 2050 bestätigt», sagt auto-schweiz-Präsident François Launaz. «Deshalb wollen und müssen wir den Anteil alternativ angetriebener Personenwagen massiv steigern.» Dazu gehören neben Gas- und Brennstoffzellenfahrzeugen auch Elektroautos und Hybride. Launaz weiter: «Nach gerade einmal 2,7 Prozent Marktanteil im 2017 müssen wir eine Vervierfachung schaffen – und das in knapp drei Jahren.»

Die Realisierung von «10/20» ist für auto-schweiz an vier verschiedene Faktoren und Voraussetzungen geknüpft:

n Grosse Auswahl an Modellen 
mit alternativen Antrieben: Gas, Wasserstoff, Elektro und (Plug-in-)Hybride.

n Breite Unterstützung seitens des Bundes, der Kantone und Gemeinden: Ausbau der Lade- und Tankin­frastruktur für Strom und alternative Treibstoffe sowie steuerliche Anreize.

n Private Investitionen für Lade- und Tankinfrastruktur, seien es Energieversorger, Netzbetreiber, Pioniere, Arbeitgeber oder (Mehrfamilien-) Hauseigentümer.

n Beibehaltung der geplanten Einführungsmodalitäten für das 95-g-Ziel (Phasing-in, Supercredits).

Das Angebot an Modellen mit alternativen Antrieben wird dabei kein Hemmschuh sein. Unzählige Her­steller haben ihre Pläne zur Lancierung entsprechender Modelle bereits vorgestellt. Bis 2020 wird sich die Auswahl in diesem Bereich vervielfachen. Bei der Infrastruktur und der Besteuerung besteht hingegen noch grosses Verbesserungspotenzial, so Andreas Burgener. «Einige Kantone gewähren bei der Motorfahrzeugsteuer keinerlei Bonus für E-Autos. Manche besteuern diese sogar absurd hoch oder haben Förderungen gerade wieder abgeschafft.»

Eine Kaufprämie für Elektroautos, wie sie einige EU-Staaten kennen, sei für auto-schweiz aber kein geeignetes Mittel. Dazu auto-schweiz-Präsident François Launaz: «Wir wollen, dass das Wachstum bei den alternativen Antrieben nachhaltig und von Dauer ist. Deshalb verlangt auto-schweiz keine direkte Unterstützung, sondern lediglich gute Rahmenbedingungen für diese Fahrzeuge.»