Der SSC im Aufbruch
FRischer Wind– Unter der Leitung des Präsidenten Fabio Regazzi wurde im letzten halben Jahr intensiv an der Neuausrichtung des Verbandes gearbeitet.
SCHWEIZER EXPORTGüter – Zoll und Regularien erschweren den Versand von Gütern an Kunden im Ausland immer wieder. Für diese Art von Fragestellungen und Problemen ist der Swiss Shippers Council SSC der Verband für das Schweizer Gewerbe. Neben Trainings und Netzwerk zu anderen Firmen, Verbänden und Behörden bietet er Lösungen für Probleme einzelner Mitglieder.
Die internationale Regulierungsdichte hat in der letzten Zeit massiv zugenommen – und dieser Trend setzt sich fort. Dies stellt unter anderem KMU vor beträchtliche Herausforderungen, bei denen der Swiss Shippers Council SSC Hand bieten kann. Für die Schweizer Import- und Exportfirmen betreibt der SSC politische Interessenvertretung, sodass die Regulierungen KMU-gerecht formuliert und umgesetzt werden. Im internationalen Umfeld arbeitet der SSC mit europäischen und globalen Organisationen zusammen, um die Bedürfnisse der Mitglieder zu positionieren. Gleichzeitig bereitet der SSC für seine Mitglieder die erhaltenen Informationen rechtzeitig so auf, dass die Risiken erkannt und minimiert sowie die Chancen genutzt werden können. Dazu ein Gespräch mit Patrick Keller, Leiter Supply Chain, Customs & Foreign Trade and Product Compliance bei BASF in der Schweiz, und mit Philipp Muster, Direktor des SSC.
Philipp Muster: Der SSC hat diesen Prozess von Beginn an begleitet und bringt das Expertenwissen seiner Mitglieder in die Beratung mit dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG ein. Um das DaziT praxisgerecht zu gestalten, sind wir Mitglieder der diversen Arbeitsgruppen und sorgen dafür, dass die Interessen der im- und exportierenden Schweizer Unternehmen gebündelt in die Vorbereitungen der Behörden einfliessen.
Die künftigen Zollverfahren werden für die nächsten 20 Jahre Geltung haben. Umso wichtiger ist es, dass die Interessen der KMU wie der Konzerne Eingang finden und der grenzüberschreitende Handel bestmöglich vereinfacht wird. Die Zeit für Veränderung ist jetzt.
Nein, wir sprechen mit allen. Gerade die geforderten Vereinfachungen brauchen eine gesetzliche Grundlage, damit sie in den kommenden Jahren auch Bestand haben. Durch die Verbindungen des SSC im Schweizer Parlament wirken wir auch auf den Gesetzgebungsprozess ein – u. a. mit dem SSC-Präsidenten Fabio Regazzi als langjährigem National- und frisch gewähltem Ständerat.
Der SSC spielt dabei eine federführende Rolle. Natürlich suchen wir auch den Schulterschluss mit Partnerverbänden, so dem Schweizer Gewerbeverband sgv als Dachorganisation von 600 000 KMU.
Auf keinen Fall. Die im- und exportierenden Schweizer Unternehmen sind zwingend auf Beratung im internationalen Rahmen angewiesen. Ein Beispiel ist die Carbon Border Adjustment Mechanism CBAM-Meldepflicht der EU und ihre Auswirkungen auf Schweizer Unternehmen.
Wir engagieren uns unter anderem auch für bessere Handelsbedingungen. So arbeiten wir mit anderen Playern wie economiesuisse und scienceindustries zusammen, um ein gutes Freihandelsabkommen der Schweiz mit Indien möglich zu machen.
Kurzfristige und praxisnahe Information ist v. a. für die KMU entscheidend. Wir erstellen themenbezogene Fact Sheets, die oft Hunderte Seiten lange Vorschriften in kürzester und verständlicher Form zusammenfassen. Der Bogen spannt sich von sanktionierten Staaten wie Russland und Iran über die CO2-Menge bestimmter Produkte und ihren nicht-präferenziellen Ursprung bis hin zu der neuen Plastikgebühr auf Verpackungen, die beim Import von verschiedenen europäischen Staaten erhoben werden. Das Feld ist unendlich.
Ein praktisches Beispiel im Rahmen des Russland-Ukraine-Konflikts ist das Dual-Use/Exportkontroll-Recht. Wo erhalte ich die relevanten Informationen, damit ich es als Schweizer Exporteur richtig mache? Hier kann dem KMU auch unsere Geschäftsstelle beratend zur Seite stehen, denn dort fliessen die Informationen des SSC-Netzwerks zusammen, die allen Mitgliedern zur Verfügung stehen.
Patrick Keller: Aus Sicht der BASF Schweiz AG ist der SSC ein wichtiger Verband, um die Bedürfnisse im Export und Import erfolgreich in der politischen Diskussion zu vertreten. Aus unserer Sicht haben die SSC-Vertreter ein starkes Standing bei der Verwaltung, insbesondere dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG, und bringen sich mit der Unterstützung namhafter Politiker auch in Vorbereitung und Umsetzung von Gesetzen ein. Es ist wichtig, dass sich die Stimme von Wirtschaft und Gewerbe Gehör verschafft und die eigenen Mitglieder rechtzeitig und praxisnah informieren kann.pd/CR
Praktiker für die Praxis
Seit über 55 Jahren ist der Swiss Shippers Council Experte, wenn es um Handel geht. Deswegen lautet sein Motto: «Where trade matters!» «Im Gewerbeverband sind wir diejenigen, die die Angelegenheiten des Aussenhandels für unsere Mitglieder betreuen. Dabei setzen wir auf vier Grundpfeiler», erklärt SSC-Direktor Philipp Muster. An erster Stelle steht ein weites Netzwerk von praxisorientierten Experten im In- und Ausland. Des Weiteren bietet der SSC ein breites Spektrum von Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen, die von der MS-Teams-Sitzung bis zum Kongressformat reichen und praxisbezogen auf die Bedürfnisse seiner Mitglieder zugeschnitten sind. Darüber hinaus vertritt der Verband bei Politik, Behörden und anderen Verbänden die Interessen seiner Mitgliedsfirmen im In- und Ausland. Und schliesslich bietet er individuelle Beratung für die spezifischen Bedürfnisse und Problemstellungen unserer Mitglieder. «Wir sind davon überzeugt, unseren Mitgliedern, auf Basis dieser vier Grundpfeiler, erfolgreiches Handeln im Ausland ermöglichen zu können», so Muster.
Klare Neuausrichtung
An der ausserordentlichen SSC-Generalversammlung im Juni 2023 entschieden sich die Mitglieder erneut gegen eine Fusion. Somit ist der Weg klar, den Verband nach über 55 Jahren weiterzuführen und auszubauen.
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