Publiziert am: Freitag, 20. November 2015

Regulierung plagt auch die Brauer

biermarkt schweiz – Der Schweizer Brauerei-Verband freut sich über wachsende Vielfalt – und beklagt, dass Handelshemmnisse auf- statt abgebaut werden. Besonders drückt «Projekt Largo».

Das Braujahr 2014/15 präsentiert sich stabil: Der schweizerische Gesamtbiermarkt wuchs im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,1 Prozent, wie der Schweizer Brauerei-Verband mitteilt. Es resultierte ein Total von 4 649 027 Hektoliter Bier. «Vor dem Hintergrund, dass sich der Bierkonsum europaweit rückläufig entwickelt und sich die wirtschaftlichen, aber auch politischen Rahmenbedingungen im Berichtsjahr abermals verschlechtert haben, ist das Ergebnis zufriedenstellend», sagt Bierbrauer-Präsident Markus Zemp. Die Braubranche sei gefordert und könne nur durch erhöhte Innovationskraft, Effizienz und mit Qualitätsbieren im Wettbewerb bestehen.

Die 17 Mitglieder des Schweizer Brauerei-Verbandes (SBV) stehen für 96 Prozent der schweizerischen Bierproduktion und rund 250 verschiedene Qualitäts­biere.

Die Auswahl an Bieren in der Schweiz wächst ungebremst. «Die Biervielfalt in unserem Land nimmt seit Jahren zu», weiss Marcel Kreber, Direktor des Schweizer ­Brauerei-Verbandes. Ein Ende dieser Entwicklung – sie freut Brauer ebenso wie Kunden – sei erfreulicherweise nicht absehbar.

Largo löst Swissness-Problem ab

Nach wie vor hält die Swissness-Diskussion die Lebensmittelbranche auf Trab. Für die Bierbrauer kann vorderhand Entwarnung gegeben werden. Der Bundesrat hat das Verordnungs-recht zur Swissness-Vorlage genehmigt und klargestellt, dass das Brauwasser beim Bier wesensbestimmend ist und somit an dessen Swissness angerechnet werden darf.

Nur kurze Verschnaufpause

Die Verschnaufpause war aber nur kurz. Im Juni 2015 eröffnete der Bund das Anhörungsverfahren zum «Projekt Largo», mit dem das schweizerische Verordnungsrecht im Bereich der Lebensmittel an das europäische angepasst werden soll. Über 2000 Seiten zu 27 Verordnungen mussten analysiert und verglichen werden. Nach einer ersten Einschätzung droht der Schweizer Lebensmittelbranche und somit auch den Bierbrauern neues Ungemach: Warnhinweise sollen landesweit dreisprachig gemacht werden müssen, die Deklaration der Herkunft von Rohstoffen wird stark verkompliziert und Übergangsfristen werden unnötig kurz festgesetzt. «Hier gilt es, eine übermässige Regulierung zu verhindern.» Ziel müsse es sein, technische Handelshemmnisse ab- und nicht neu aufzubauen.

Alkoholgesetz auf der Kippe

Schliesslich drohe die Revision des Alkoholgesetzes nach sieben Jahren der Diskussionen und Debatten zu scheitern. «Nachdem sich die eidgenössischen Räte nicht über die Förderung der inländischen Spirituosenproduktion einigen konnten, steht neben dem Spirituosensteuergesetz auch das neue Alkoholhandelsgesetz auf der Kippe.»

Hoffnung auf einen positiven Ausgang bestehe noch, so die Bierbrauer, wenn der Ständerat in der kommenden Wintersession diese beiden neuen Gesetze voneinander abkoppele und somit zumindest das Alkoholhandelsgesetz zu retten versuche.

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