Publiziert am: 09.05.2014

Zusammenarbeit noch mehr vertiefen European Master Tailer Congress EMTC 2014 zum ersten Mal in Basel

CENTRALVERBAND SCHWEIZERISCHER SCHNEIDERMEISTER – Die Ausbildung von Lernenden steht im Zentrum des Verbandsgeschäftes. Eine Herausforderung ist die neue Bildungsverordnung für Bekleidungsgestalter EFZ, die seit dem 1. Januar in Kraft ist.

Das Kerngeschäft des Centralverbandes Schweizerischer Schneidermeister (CSS) ist die berufliche Ausbildung von zukünftigen Bekleidungsgestalterinnen und Bekleidungsgestaltern Schwerpunkt Herrenbekleidung. In der verbandsinternen Bekleidungsfachschule (BFS) in Zürich wird in drei Sachgebieten Stil/Modeberatung, Schnittmuster- und Modezeichnen unterrichtet. Bezüglich Ausbildung stehen im Rahmen der Berufsreform, welche im neuen Schuljahr Mitte August zum ersten Mal in die Praxis umgesetzt wird, unmittelbare grosse Veränderungen bevor: «Gemäss der neuen Bildungsverordnung bilden wir jetzt nicht mehr fachrichtungsspezifisch, sondern nach Schwerpunkten aus. Zudem gibt es neu die zweijährige Ausbildung Bekleidungsnäher EBA sowie mehr ÜK-Tage», erklärt der langjährige CSS-Präsident Hans Luginbühl die wesentlichen Veränderungen.

Träger und Mitgestalter der neuen Berufsreform ist die vor drei Jahren gegründete Interessensgemeinschaft Berufsbildung Bekleidungsgestalter/in (IBBG). Sie umfasst nebst dem CSS den Schweizerischen Modistinnenverband (SMV), den Schweizerischen Pelzfachverband (SwissFur), Ticino Moda, die Schweizer Texitlfachschule (STF) sowie die Schweizersiche Direktorenkonferenz (SDK). Insgesamt bestehen zurzeit ca. 1000 Lehrverhältnisse. Davon werden rund 900 der Lernenden in kantonalen und privaten Lernwerkstätten, die den Berufsschulen angegliedert sind, ausgebildet. Die restlichen 100 Lehrlinge werden in privaten Betrieben ausgebildet.

Zu wenige Ausbildungsplätze

Rund fünf bis zehn Lernende absolvieren jährlich ihre Ausbildung als Bekleidungsgestalter Schwerpunkt Herrenbekleidung. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen sei riesig, leider hätte es zu wenig, erklärt Vorstandsmitglied Oliver Häberli. «Ich erhalte pro Saison rund 30 Bewerbungen.» Es sei ein beliebter Einsteigerberuf und eine optimale Basisausbildung, um ins Bekleidungsgeschäft einzusteigen, erklärt der Inhaber des Herrenbekleidungsgeschäftes «Löwenzahn Menswear» in Basel diesen Lehrstellenmangel.

Die Herrenbekleidungslandschaft in der Schweiz besteht aus rund 50 KMU mit eigenem Atelier. Feinmass­anzüge sind heute wieder im Trend sowohl bei der jüngeren wie auch bei der älteren Kundschaft. Es sei ein langwieriger Prozess, bis ein solches individuell hergestelltes Kleidungsstück im Schrank hänge. «Es hat ein Wandel stattgefunden. Die Leute spüren wieder eine Sehnsucht nach der ursprünglichen Handwerkskunst. Im Rahmen der Globalisierung interessiert sich die Kundschaft zudem sehr für die Mode und weiss, was gerade im Trend ist», beobachtet Oliver Häberli. Dies verlange, dass mit Gestalten und Fashion in der Ausbildung neue Schwerpunkte gesetzt würden. Dazu Hans Luginbühl: «Die Vermittlung des Lehrstoffes muss deshalb breiter und zukunftsorientierter abgestützt werden.» Oliver Häberli gibt aber auch zu bedenken, dass es heute nicht einfach sei, alleine vom Schneiderhandwerk zu leben, und der zusätzliche Verkauf von Masskonfektion und entsprechenden Accessoires in der Regel unumgänglich sei. Mit der IBBG sei ein Meilenstein erreicht, jetzt gelte es die Zusammenarbeit zu vertiefen, Synergie zu nutzen und die Umsetzung der neuen Ausbildung zu begleiten, betont Luginbühl.

Corinne Remund

KONGRESS DES WELTVERBANDES

1907 schlossen sich die verschiedenen Sektionen der Schneidermeister in der Schweiz zum Centralverband Schweizerischer Schneidermeister zusammen, mit dem Ziel, sich für die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitglieder zu engagieren. Der CSS, der seinen Sitz an der Carmenstrasse 52 in Zürich hat, zählt zurzeit 101 Mitglieder. Die Ausbildung von Lernenden steht im Mittelpunkt der Verbandsgeschäfte. Noch heute ist die Bekleidungsfachschule ein zentraler Aufgabenbereich. Überdies nimmt der CSS an den Kongressen des Weltverbandes der Schneidermeister teil.

Europäischer Kongress in Basel

Zurzeit wird der European Master Tailor Congress EMTC 2014 vorbereitet, der zum ersten Mal vom 29. Mai bis 1. Juni in Basel stattfindet. Am wichtigsten deutschsprachigen Kongress für das Schneiderhandwerk sind mit der Schweiz vier Partnerverbände aus Deutschland, Österreich, Holland und Südtirol beteiligt. Das breitgefächerte Programm reicht von Workshops und Fachvorträgen über eine Podiumsdiskussion unter dem Titel «Wie kann die Massschneiderei vom Zeitgeist profitieren?» bis hin zur öffentlichen internationalen Modeschau am 31. Mai, um 
16 Uhr in der Offenen Kirche Elisabethen.

LINK: www.emtc2014basel.ch