Publiziert am: Freitag, 7. Februar 2014

Eine Branche im Wandel

AUTOGEWERBE – Der «Tag der Schweizer Garagisten» fokussierte auf die Themen Umwelt und Energie. Garagisten werden immer mehr zu Umwelt-, Mobilitäts- und Sicherheitsberatern.

Am achten «Tag der Schweizer Garagisten», welcher vom Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) organisiert wurde, ging es hoch hinaus: Über 400 Anwesende stellten sich den aktuellen Problematiken und Wandlungen des Autogewerbes. «Es gibt nur wenige Branchen, die einen so grundlegenden Wandel durchmachen wie unsere», sagte Urs Wernli, AGVS-Zentralpräsident. Er sprach damit die sich drastisch verändernde Rolle des einzelnen Garagisten an. «Die Garagisten werden vom Re­parateur des Autos vermehrt zu 
Umwelt-, Sicherheits- und Mobilitätsberatern», so Wernli. Das traditionelle Berufsbild der Garagisten werde also quasi «über den Haufen geworfen».

AutoEnergieCheck als Auslöser

Dies sei vor allem auf die Einführung des AutoEnergieChecks zurückzuführen. Dieser Test sei vor einem Jahr vom AGVS und vom Bundesamt für Energie (BFE) ins Leben gerufen worden und werde mittlerweile von 636 AGVS-Garagenbetrieben angeboten. Er ermöglichte es den Automobilisten, bis zu 20 Prozent Treibstoff – und somit teures Geld – einzusparen. «Seit seiner Einführung wurden bereits 4571 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart – dies entspricht 571mal einer Erdumrundung mit dem Auto», erklärte Urs Wernli.

Rivalität zwischen Auto und Zug

Allgemein erlangen Umweltziele in der Autobranche immer mehr Bedeutung. Unter dem Titel «Energieeffizienz auf der Strasse» wurde den über 400 Garagisten und Gästen aufgezeigt, wo im unmittelbaren Umfeld Gefahren lauern und sich Chancen ergeben. Der deutsche «Automobil-Papst» Ferdinand Dudenhöffer beleuchtete in seinem Referat zudem die Bedürfnisse junger und weiblicher Kunden. Auch diese setzten nämlich immer häufiger auf energie- und umwelttechnisch korrekte Fahrzeuge.

Vermehrt aber nehmen auch die politischen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle ein: «Sie werden für uns immer schwieriger», meinte Urs Wernli und verwies damit auf die momentan herrschende Diskussion rund um den Verkehr sowie die Abstimmung zur anstehenden Vorlage zu Finanzierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI). «Das Auto droht auch unter den Zug zu geraten», so Wernli.

Einer weiteren Verschiebung des Ungleichgewichts zwischen subventionierter Schiene und dem Strassenverkehr als Nettozahler werde man auf keinen Fall mehr tatenlos zusehen.

«Das Auto droht auch unter den Zug zu geraten.»

DER AGVS KURZ ERKLÄRT

Jeder achte Arbeitsplatz in der Schweiz hängt vom Auto ab

Der Auto Gewerbe Verband Schweiz wurde 1927 gegründet und versteht sich als dynamischer und zukunftsorientierter Branchen- und Berufsverband der Schweizer Garagisten. Rund 4000 kleine, mittlere und grössere Unternehmen, Markenvertretungen sowie unabhängige Betriebe sind Mitglied. Die insgesamt 39 000 Mitarbeitenden in den AGVS-Betrieben verkaufen, warten und reparieren den grössten Teil des Schweizer Fuhrparks mit rund 5,6 Millionen Fahrzeugen. Insgesamt hängen in der Schweiz 230 000 Arbeitsplätze und damit jeder achte Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Auto ab. Schweizerinnen und Schweizer fahren pro Jahr knapp 100 Milliarden Kilometer auf der Strasse.