Publiziert am: 07.03.2014

Rund ums Feuer im Haus

VHP – Der Verband Schweizerischer Hafner- und Plattengeschäfte hat sich zum Spezialisten für die Wohnraumfeuerung entwickelt. Er will das Potenzial von Holzenergie mehr ausschöpfen.

Ofen- und Plattenbau ist ein moder-nes Handwerk, bei dem das Feuer als zentrales Element im Mittelpunkt steht. «Es ist ein traditioneller und auch sehr emotionaler Beruf. Die Liebe zum Feuer sowie die Verbindung zur Keramik verlangen ein geschultes Auge für Formen und Proportionen sowie einen Sinn für Ästhetik», erklärt Martin Pfister, Geschäftsführer des VHP. Deshalb sei Ofenbauer und Plattenleger auch für Frauen wohl einer der attraktivsten Berufe im Baugewerbe. Die Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses sowie der Fachkräfte ist denn auch eines der zentralen Anliegen des Verbandes. Im eigenen Ausbildungszentrum auf der Froburg im Solothurnischen Wisen werden die jungen Berufsleute während dreier Jahre zum Ofenbauer ausgebildet. Viele Lernende entscheiden sich für die Doppelausbildung und erlernen in einem zusätzlichen Jahr das Handwerk des Plattenlegers. 25 bis 30 junge Ofenbauer EZF absolvieren pro Jahr ihre Ausbildung. Dies sind aber zu wenig. «Wir bräuchten pro Jahr 40 neue Lernende. Die Nachfrage ist gross, wir haben auf allen Ebenen zu wenige Berufsleute», beschreibt Pfister die Fachkräftesituation. Ebenso mangelt es auch an Lehrbetrieben. Der Beruf sei einfach zu wenig bekannt, dabei verfüge er über ein grosses Potenzial nicht nur für Frauen, sondern auch für Quereinsteiger. «Als Ofenbauer hat man die Möglichkeit, schnell die ganze Breite des Unternehmertums kennenzulernen», betont Pfister.

«Wir arbeiten eng mit der Öffentlichen Hand zusammen.»

Der Beruf hat sich im Laufe der letzten 30 Jahre massiv gewandelt: «Aus dem ursprünglichen Hafner und Ofenbauer, welcher die Kacheln des Ofens vor Jahrhunderten noch selber hergestellt hat, ist ein Spezialist für Wohnraumfeuerung geworden.» Er installiert die ganze Palette von Wohnraumfeuerungen: Vom traditionellen Kachelofen über das Cheminée, Cheminée-Öfen, Pelletfeuerungen bis hin zu Ganzhausheizungen in modernster Haustechnikumgebung und in Kombination mit anderen Energieträgern wie der Solarenergie. Aber auch der Unterhalt von Ofenanlagen sowie die Renovation von alten, wertvollen Kachelöfen gehört zum Metier. «Der Stand der Technik-Papiere des Verbandes sind für die Branche und die Behörden wichtige Grundlagen. So arbeitet der VHP im Bereich des Brandschutzes eng mit der öffentlichen Hand zusammen. Dazu verfügen wir über eine eigene fachtechnische Beratungsstelle», so Pfister. «Ein wichtiger Aspekt ist für uns auch der richtige Betrieb der Holzfeuerung, wobei der Aspekt des Umweltschutzes ein wichtiger Faktor ist. Der entscheidende Punkt ist der richtige Betrieb einer Wohnraumfeuerung.» Deshalb zeigen gute Ofenbauer den Endverbrauchern auch, wie man eine Anlage richtig betreibt. Der Verband bietet auch fachtechnische und betriebswirtschaftliche Beratungen an, die Gutachten und Expertisen umfassen.

Fusion mit SKAV

Gefordert wird der Verband auch im Rahmen der Energiewende: 500 000 bis zu einer Million neue Wohneinheiten könnten mit Holz aus Schweizer Wäldern beheizt werden. «Das wäre ein entscheidender Beitrag zur Energiewende. Die ganze Wert-schöpfung würde zudem in der Schweiz bleiben. Dafür brauchen wir aber genügend Fachkräfte», sagt Pfister. Der Verband möchte sich in den nächsten Jahren noch mehr zu einer zentralen Plattform für Wohnraumfeuerung und Plattenbau entwickeln. Dazu strebt der VHP eine Fusion mit der Schweizerischen Kamin- und Abgasanlagen-Vereinigung SKAV sowie mit dem Verband Ideeholzfeuer an. «Dann hätten wir alle Fachleute rund ums Feuer im Haus unter einem Dach.» Corinne Remund

 

 

VHP im ÜBERBLICK

Viele KMU 
als treue Mitglieder

Der Verband Schweizerischer Hafner- und Plattengeschäfte (VHP) vereinigt rund 300 Ofenbau- und Plattenbetriebe sowie knapp 50 Hersteller und Händler der Zulieferbranche. Die meisten Betriebe sind KMU mit einem hohen Qualitätsbewusstsein und Berufsstolz. Als wichtiger und starker Player der Holzenergiebranche setzt sich der Verband bei Behörden und Politik dafür ein, dass die Mitglieder unter optimalen Rahmenbedingungen arbeiten können. Das Engagement bedeutet aktives Mitwirken in den Bereichen der Gewerbe-, Energie- und Umweltpolitik. Mit einem eigenen Gesamtarbeitsvertrag und einem eigenen Weiterbildungsangebot. Eigene Lösungen für die Ausgleichskasse, die Pensionskasse und die Krankentaggeld-Versicherung senken die Kosten für VHP-Betriebe.