Publiziert am: 19.10.2018

Das Angebot nochmals verbessern

ANFORDERUNGSPROFILE – Das Interesse an den «Berufswahlvorbereitungsinstrumenten» ist gross – sie werden rege genutzt und sollen künftig noch benutzerfreundlicher sein. Projektleiter Walter Goetze gibt Antworten auf die häufigsten Fragen von Lehrpersonen, Berufsbildnern, Eltern und Schülern.

Schweizerische Gewerbezeitung:

Wie werden die Profile erstellt?

Walter Goetze: Die grosse Herausforderung bei der Erstellung besteht darin, dass anhand der Profile die Anforderungen der einzelnen Berufe miteinander verglichen werden können. Bei rund 230 Berufen ist dies keine leichte Aufgabe. In der Aufbauphase wurden zuerst nur 16 Berufe, die sogenannten «Ankerberufe», eingestuft. Wichtig war dabei, dass der Inhalt der Kompetenzbereiche sowie das Niveau der Lernenden beim Abschluss der Volksschule verstanden werden. Dabei wurden wir von pädagogischen Experten unterstützt, die diese Grundkompetenzen mitentwickelt haben. Die weiteren Berufe wurden mittels Online-Tool erfasst. Bevor die Abnahme durch die Organisationen der Arbeitswelt OdA erfolgt, wird noch eine Qualitätskontrolle durchgeführt.

Warum ist nicht jeder Beruf abrufbar?

Es wurden zwar alle OdA angefragt und aufgefordert mitzumachen, doch gibt es einige Verbände, die noch zuwarten wollen oder ihre ­dafür benötigten Angaben nicht ­liefern. Die Profile können nach wie vor jederzeit eingegeben werden. Allerdings ist dies nach der Projekt­finanzierung durch den Bund (2011 bis 2014) nicht mehr gratis.

Weshalb ist die Einstufung eines neuen Berufes oder eine Änderung des Profils kostenpflichtig?

Die Anforderungsprofile müssen von den OdA selbst definiert werden. Die Profile müssen hohe Qualitätsanforderungen erfüllen und deshalb nach standardisierten Methoden erarbeitet werden. Qualität hat bekanntlich ihren Preis: Die Unterstützung der Expertinnen und Experten bei der Erfassung der Profile, die Beschreibung durch das Büro für Bildungsfragen und die Einspeisung der Daten ins System mit entsprechenden Kontrollen verursachen Kosten. Zudem müssen die Pofile aktuell ­gehalten werden. Auch wenn Reformen von Bildungsverordnungen nicht immer Änderungen der schulischen Anforderungen nach sich ziehen, so muss dies jedoch in jedem Fall überprüft werden.

Warum gibt es nicht zu allen Profilen eine Anforderungs­beschreibung?

Diese Beschreibungen verweisen auf noch zusätzliche Anforderungen wie beispielsweise feinmotorische Fähigkeiten, hohe Konzentration oder Teamfähigkeit.

«Die Anforderungsprofile sind ein Orientierungsinstrument von vielen.»

Die Expertinnen und Experten müssen uns entsprechende Stichworte und Beschreibungen liefern. Hier kann sich allerdings nicht jeder schriftlich gleich versiert ausdrücken. Beschreibungen können auch noch nachgeliefert werden, allerdings nur kostenpflichtig.

Manche Profile entsprechen nicht ganz der Realität auf dem Lehrstellenmarkt. Wie gross sind da die Abweichungen?

Die Profile stellen die Anforderungen dar, wie sie sich aus der Bildungsverordnung, den Bildungsplänen sowie aus den Qualifikationsprofilen heraus ergeben. Dabei soll bewusst der Unterschied zwischen Anforderung und Leistungsniveau gezeigt werden. Man darf auch nicht vergessen: Die Profile sind keine Selektionsinstrumente, sondern dienen der Information. Entsprechen Leistungen nicht in allen Bereichen den Anforderungen, so soll dies für mögliche Kandidatinnen und Kandidaten ein Ansporn sein, die Lücken bis zum Ende der Schulzeit zu füllen.

Wie erkenne ich als Leistungsverantwortlicher, ob die Leistungen

auch wirklich den Anforderungen

entsprechen?

Die Anforderungsprofile sind nur ein Orientierungsinstrument von vielen. Sie gestalten zusammen mit der Schnupperlehre, dem persönlichen Kontakt, Zeugnisnoten, Testergebnissen und Selbsteinschätzung das Gesamtbild des künftigen Lehrlings. Die Anforderungsprofile sind selbsterklärend. Die Anforderungsbeschreibungen – inzwischen für rund die Hälfte der Anforderungsprofile verfügbar – zeigen den Einsatz der schulischen Kompetenzen in der Ausbildungspraxis.

«Die Checks sind ­lediglich ein Mosaiksteinchen im Bewerbungsverfahren, ­welches der Ergänzung durch weitere Mittel bedarf.»

Die Bewerber absolvieren oft unterschiedliche Tests wie beispielsweise Stellwerk oder Multicheck. Braucht es da die Anforderungsprofile überhaupt noch?

Die Anforderungsprofile stellen die schulischen Anforderungen dar, wie sie in der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungs­direktoren EDK erarbeitet wurden. Sie beinhalten die für die ganze Schweiz geltenden Bildungsziele. Sie umfassen 21 Kompetenzbereiche in den vier Fachbereichen Mathematik, Naturwissenschaften, Schulsprache und Fremdsprachen. Es lässt sich in diesen Kompetenzbereichen nicht alles in Tests messen. Die Anforderungsprofile geben ein deutlich umfassenderes Bild der schulischen Anforderungen ab – dies insbesondere zusammen mit den Anforderungsbeschreibungen. Die Checks sind lediglich ein Mosaiksteinchen im Bewerbungsverfahren, welches der Ergänzung durch weitere Mittel bedarf. Entscheidend ist, dass der Lehrstellensuchende gewillt und motiviert ist, die geforderten Anforderungen für den gewählten Beruf zu erfüllen, die Leistung zu erbringen und wenn nötig auch die Lücken zu füllen.

Wie entwickeln sich die Profile weiter?

Wir schätzen, dass jährlich rund ­einen halbe Million Mal eines oder mehrere Profile abgerufen werden. Diese erfreulich hohe Nutzung ermuntert uns, das Angebot nochmals deutlich zu verbessern. Die Profile sollen in Zukunft interaktiver genutzt werden können. Jugendliche sollen Unterstützung erhalten, wenn sie für bestimmte Kompetenzen üben wollen. Ebenso sollen sie auf einfache Weise Alternativen finden können, wenn beispielsweise das persönliche Profil nicht mit den Anforderungen übereinstimmt.

Interview: CR

www.anforderungsprofile.ch

ANforderungsprofile kurz erklärt

Erkunden und vergleichen

Die Anforderungsprofile

• sind auf www.anforderungsprofile.ch abrufbar.

• zeigen minimale schulische Anforderungen für den Einstieg in eine ­berufliche Grundbildung.

• zeigen, auf welche Art und ­Weise schulische Kompetenzen in einer ­beruflichen Grundbildung gebraucht werden.

• sind Orientierungshilfen im Berufswahlprozess.

• sind die Grundlage für das Gespräch zwischen ­Berufswählenden und den Eltern, Lehrpersonen, ­Berufsberaterinnen und Berufsbe­ratern sowie Lehrbetrieben.

• ermöglichen die frühzeitige, gezielte Förderung.

• sollen Schülerinnen und Schüler motivieren, sich optimal auf den ­Berufseinstieg vorzubereiten.

• dienen nicht der Selektion, sind kein Testsystem.

Wer steht hinter den Profilen?

Vor sieben Jahren hat der Schweizerische Gewerbeverband sgv zusammen mit der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK das Projekt «schulische Anforderungsprofile für die berufliche Grundbildung» lanciert.

Seither haben fast alle Organisationen der Arbeitswelt (OdA) mit Fachleuten aus ihren Berufen und der Schulwelt die schulischen Anforderungen in den vier Fachbereichen (Mathematik, Naturwissenschaften, Schulsprache und Fremdsprachen) erarbeitet. So sind 230 Anforderungsprofile von EBA- und EFZ-Grundbildung entstanden, die auch miteinander verglichen werden können.CR

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NEIN zur radikalen Zersiedelungsinitiative!
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Am 10. Februar 2019 stimmt der Souverän über die radikale Zersiedelungsinitiative ab. Eine Annahme würde zu einem Entwicklungsstopp in einzelnen Regionen führen. Insbesondere in den Zentren würden Bodenflächen rar. Die Folge: Immer mehr Personen und Unternehmen müssten auf Raum ausserhalb der Zentren ausweichen. Zudem würde die Initiative der jungen Grünen grosse Rechts- und Planungs­unsicherheit in Kantonen und Gemeinden schaffen und den Föderalismus gefährden.

Machen Sie sich ein Bild über alle guten Argumente gegen die radikale Initiative in der Abstimmungszeitung (PDF).